WhatsApp geschäftlich mit DSGVO nutzen

Nach Einführung der Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) wurde von allen Seiten das Ende der geschäftlichen Nutzung von WhatsApp prophezeit, da alle Kontakte (also auch die, die kein WhatsApp haben) an WhatsApp bzw. Facebook nach Amerika geschickt werden. Wie es doch geht, erfährst du hier (für Android-Smartphones):

Hinweis: Ich bin mir nicht 100%-ig sicher, ob die folgende Lösung DSGVO-konform ist, allerdings müsste es meiner Meinung nach funktionieren. Ich übernehme dafür keine Haftung!

Schritt 1: Arbeitsprofil erstellen

Möglich wird dies durch das Arbeitsprofil, das in Android 7.0 Nougat eingeführt wurde. Hat dein Smartphone eine niedrigere Android-Version, funktioniert es nicht! Um das Arbeitsprofil hinzuzufügen, musst du diese App installieren:

Island
Island
Entwickler: Oasis Feng
Preis: Kostenlos
  • Island Screenshot
  • Island Screenshot

So funktioniert die App: Sie erstellt einen abgeschotteten Container, der keine Informationen mit deinem Smartphone austauschen kann.

Ist die App installiert findest du dort nach einem Willkommensbildschirm die Kontakte-App. Öffnest du sie sollte sie leer sein.

Schritt 2: Kontakte sortieren

Jetzt folgt der nächste Schritt: Suche in deinem Kontaktprogramm (z. B. Outlook) auf deinem Computer alle Kontakte heraus, die kein WhatsApp haben, in einen extra angelegten Kontaktordner verschieben. In Outlook (2016) erstellst du ihn über den Reiter „Ordner“ und „Neu“->“Neuer Ordner“. Im folgendem Fenster einen Namen vergeben sowie den Ordnertyp als Kontakt festlegen.

Schritt 3: Kontakte mit Nextcloud synchronisieren

Ist das geschafft, musst du nur noch einmal deine Kontakte mit WhatsApp (also die, die du eben gerade nicht verschoben hast) mit deinem Handy synchronisieren.

Danach musst du den neuen Kontaktordner mit deinem Arbeitsprofil synchronisieren. Da du ja trotzdem dasselbe Smartphone verwendest, wird Software wie MyPhoneExplorer hier leider nicht funktionieren. Ich synchronisiere meine Kontakte (sowie Kalender, Passwörter, Dateien & Co.) über eine Nextcloud. Das ist eine Cloud wie z. B. Dropbox oder Google Drive, allerdings betreibst du die Cloud selbst, hast also den alleinigen Zugriff darauf, was natürlich für eine datenschutzkonforme Speicherung wichtig ist. Eine kostenlose Nextcloud bietet z. B. ocloud.de an. Du hast dann zwar nur 1 GB Speicherplatz, aber das gilt nur für Dateien. Kontakte, Kalender & Co. werden auf den Speicherplatz nicht angerechnet. Du kannst dich dort einfach registrieren und danach sofort starten. Sobald du dann deine Nextcloud eingerichtet hast, klicke oben rechts auf den farbigen Kreis mit einem Buchstaben und dann auf „Apps“. Dort aktivierst du die App „Default Encryption Module“. Jetzt könnten nicht mal mehr die Mitarbeiter von ocloud.de deine Daten einsehen. Dann klickst du erneut oben rechts auf den Kreis und dann auf „Settings“. Dann kannst du einige Daten von dir eingeben und die Sprache auf Deutsch stellen.

Als nächstes musst du das Plugin für Outlook und die App für dein Smartphone herunterladen (Wichtig: Du musst die PlayStore-App aus der Island-App benutzen und dich auch erneut mit einem Google-Konto anmelden). Wie du die Programme installierst und benutzt habe ich bereits ausführlich in einem anderen Beitrag geschrieben. Wichtig ist nur, dass du beim Outlook-Plugin Nextcloud auswählst und bei der „DAV URL“ server.example durch deine .ocloud-Adresse ersetzt. Bei der Android-App sollte es sogar reichen, einfach nur die .ocloud-Adresse einzugeben. Die restlichen Zugansdaten sind die gleichen, die du auch bei deiner Nextcloud verwendest.

Schritt 4: Fertig!

Hat nun alles geklappt, hast du es auch schon geschafft: WhatsApp kann deine übrigen Kontakte nicht mehr lesen und die Kontakte werden sogar automatisch über deine Nextcloud synchronisiert!

Veröffentlicht von Silas_229

Der 16-jährige Schüler programmiert in seiner Freizeit Websites und Apps.